Ein Supermarkt im Staatstheater: Ein fesher Besuch auf der Wiesbaden Biennale

 

Wisst ihr, was ich an Wiesbaden so richtig gut finde? Das diese Stadt mich immer wieder aufs Neue überrascht. So auch in den vergangenen Tagen mit einer ganz besonderen Veranstaltung bzw. Inszenierung, die spannender und polarisierender nicht sein könnte: Noch bis kommenden Sonntag, den 02.09.2018, findet die Wiesbaden Biennale in der Wiesbadener City statt. Das Kunstfestival, welches am 23. August gestartet ist, präsentiert in diesem Jahr besonders spannende Inszenierungen. Ob Pornokino, Migrantenstadl oder ein Supermarkt im Foyer des hessischen Staatstheaters – es gibt jede Menge zu entdecken. Ich habe mich umgeschaut und nehme euch mit auf eine besonders spannende Reise, in der Mode nur eine Nebenrolle spielt.”

 

*Werbung, da Markennennung der selbstgekauften Kleidung und der besuchten Schauplätze

 

 

Mit der Wiesbaden Biennale, die vom 23.8. bis zum 2.9.2018 in Kooperation mit dem Schlachthof Wiesbaden, dem Museum Wiesbaden, dem Nassauischen Kunstverein Wiesbaden e.V. sowie der Caligari Filmbühne stattfindet, eröffnet das Hessische Staatstheater Wiesbaden die neue Spielzeit 2018/2019. Die beste Werbung, die man sich wünschen kann, denn nicht erst seit Entfernung der zum Festival gehörenden Installation einer Figur des türkischen Staatspräsidenten Erdogan erhält die Wiesbaden Biennale weltweit Aufmerksamkeit.  

Unter dem Motto “Bad News” präsentiert das Festival eine spekulative wie umstrittene Zukunftsvision des Theaters, und visualisiert damit ein Szenario des Grauens. Schlechte Nachrichten somit für alle, die Theater als solches lieben.  Schenkt man diesen Visionen Glauben, dann wird das Wiesbadener Theater zukünftig keine klassische Spielstätte mit eigenem Ensemble und Programm sein, sondern in erster Linie als Autokino, Supermarkt und Parkhaus genutzt werden. Letzteres kann man in diesen Tagen auf der großen Bühne des Staatstheaters beobachten, wo echte Autos  abgestellt wurden und abends zum Autokino einladen. 

 

 

Lebensmittel shoppen im Theater – cool oder grenzwertig? 

Die größte Aufmerksamkeit aber erhält ein Supermarkt, der mitten im Theater-Foyer platziert wurde. Dort, wo sonst Besucher auf Einlass warten oder in der Pause entspannt ein Glas Sekt trinken, können nun Obst, Gemüse, Backwaren, Milchprodukte und vieles mehr eingekauft werden. Skandal, oder eine echte Alternative, wenn das Staatstheater während der Spielpause sowieso geschlossen hat? Ich persönlich finde die Aktion spannend und die provokante Umsetzung gelungen, möchte zukünftig jedoch keinen Supermarkt an diesem Ort vorfinden. Daher “Bad News” für mich, doch “Good News” für jemanden von euch?

 

 

Ein in jedem Fall kritisch zu betrachtendes Zukunftsszenario, in dem Kultur kein Platz mehr in unserer Gesellschaft eingeräumt wird. Könnt ihr euch das vorstellen?

Ähnlich, wie mit der Supermarkt-Variante, verhält es sich mit einem weiteren Biennale-Szenario – dem Parkhaus, zu dem die ursprünglich große Bühne des Staatstheaters umfunktioniert wurde. Abends verwandelt sich dieser Ort in ein Autokino der besonderen Art, natürlich auch mit kritischer Brille zu betrachten. Letzteres ist an sich eine schöne Idee, für mich jedoch nur im Kontext zur Wiesbaden Biennale.

 

 

Mir war von vornherein klar, dass das von mir gewählte Outfit in dieser Story eine eher untergeordnete Rolle spielen wird. Trotzdem möchte ich euch einen meiner derzeitigen Lieblingstrends präsentieren, ohne den ich in diesen Spätsommertagen nicht mehr aus dem Haus gehe: “Panel Jeans”, sprich Jeans mit auffälligen Streifen an der Seite, sind stylisch, schick und cool zugleich, zaubern ein schmales Bein und sind alles andere als langweilig. Eine Hosen-Variante, für die ich eine echte Kaufempfehlung aussprechen kann.

 

Dieses Modell ist von Zara, und ich liebe die ausgefransten Stellen sowie den geraden Schnitt. Ähnliche Versionen solltet ihr derzeit auch im Sortiment anderer Marken finden. Da die Jeans auffällig genug ist, habe ich dazu einen hellen wie schlichten Strickpullover sowie ein ein paar schwarze Slipper kombiniert. Gerade die Schuhe sind echte Klassiker, die zu vielen Outfits passen. Schick wird`s allerdings auch, wenn sich die Farbe der Seitenstreifen im gewählten Oberteil wiederfinden.

 

 

Polarisierender ist hingegen mein (bewusst) gewähltes Accessoires: Eine Tasche aus transparentem Plastik. Die neue “It-Bag” mit Durchblick hält nichts geheim und offenbart den gesamten Inhalt. Gut, dass ich nur die Zeitung der Biennale im Gepäck hatte. Doch eine Plastik-Variante als Handtasche, geht das? Was meint ihr? Ich finde es witzig, weil sich kreativ damit spielen lässt, persönliche Dinge wie meine Geldbörse würde ich darin nicht transportieren.

 

 

Wiesbadener Kultur-Locations provokant: Vom Pornokino bis zum Migrantenstadl

Neben dem Staatstheater gibt es natürlich noch mehr Wiesbaden Biennale-Schauplätze in der gesamten Stadt zu erkunden. Darunter die Schwalbacher Straße, die Wiesbadens letztes “echtes” Pornokino beherbergt, in dem aktuelle das Selbstportrait “Sex is Sentimental” gezeigt wird.

Ein paar Meter weiter findet in der Wartburg, der bisherigen Außenspielstätte des Wiesbadener Staatstheaters, das Migrantenstadl statt. Der Name lässt ahnen, das es auch ein wenig überspitzt zugeht. Doch aktueller wie gesellschaftskritischer könnte diese Komponente der Biennale nicht sein, finden hier Unterhaltungsveranstaltungen “von und für radikal unterhaltsame Parallelgesellschaften aus Kanak-Stars, Textterroristen, Rap-Ladies, Boxkampf und Teesalon” statt (so die Definition der Wiesbaden Biennale). Spannend und kontrovers zugleich, wie ich finde.

 

Die leerstehende City Passage hingegen wird als umstritten verwaistes “Wasteland”, sprich Hinterland der Wiesbadener Innenstadt, inszeniert und als neuer Ort der Künste dargestellt. Vielleicht ist der ein oder andere von euch bereits darüber gestolpert. Eine wahrlich interessante Interpretation dieses Ortes. 
Ich persönlich finde die Wiesbaden Biennale mehr als gelungen! Die Stadt hat sich so richtig was getraut, und mit den teils sehr fragwürdigen Installationen wie Inszenierungen ist es gelungen, Gesprächsthema auf der ganzen Welt zu werden. Daher möchte ich von euch wissen: Was haltet ihr von den im Rahmen der Wiesbaden Biennale gezeigten Szenarien? Könnt ihr euch das Einkaufen von Lebensmitteln direkt im Theater vorstellen, oder haltet ihr diese Option für unmöglich? Ich freue mich über eure Kommentare!
Weitere Infos findet ihr direkt auf der Seite der Biennale.

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